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Empty Images Unikate - D VERK. Empty Images 2001 - D WAS MACHT EIN TANNENBAUM ALLEIN MACHT - PL VERK. Georgi1 - D VERK. Georgi2 - D VERK. Georgi3 - D VERK. Georgi4 - D VERK. Georgi5 - D VERK. Georgi5b - D VERK. Georgi6 - D REKONSTRUKTION - DIn seinem Exposé für diese Ausstellung verwendete Roland Schefferski folgendes Zitat von Wolfgang Pehrt: "Nun hat Geschichte immer ein Verhältnis zur Geschichte unterhalten, anders wäre sie nicht Geschichte. Sich erinnernd auf Vergangenes zu beziehen und damit aus dem Strom des blind Geschehenden herauszutreten […] macht geradezu Geschichtlichkeit aus." Das Zitat stammt aus dem Buch "Schinkel und über Schinkel hinaus". Bindung und Freiheit im Umgang mit Geschichte. Es wirkt wie eine maßgeschneiderte Philosophie der Arbeit, die der Künstler im Pomonatempel, einem Bauwerk des damals 20jährigen Friedrich Schinkel, verwirklicht hat. Der Tempel selbst wirkt auf den ersten Blick unberührt. Man muss schon genau hinschauen. Wenige Details, anfangs unscheinbar, später doch bemerkbar werdend, irritieren den Besucher und verführen ihn geradewegs, den Innenraum zu erkunden. Ins Auge fallen sie nicht. Das Namensschild, die Klingel, der Türspion fallen erst dem zweiten Blick auf. Schirmt man mit einer Hand das Tageslicht vor dem hineinschauenden Auge ab, lässt sich der Innenraum erschließen. Er scheint bewohnt zu sein. Schwarz-weiße Projektionen eines Beamers werfen historische Fotografien aus dem Jahr 1965 an die Wände, Nischen und den unfertigen Kamin. Die Lichtbilder stammen aus einer Zeit, als der Tempel noch eine Ruine war. Auf der Nordwand zeigt sich ein luzides Triptychon, das einem nächsten weicht. Die Cella wird in verschiedene Lichtstimmungen getaucht, die das Auge wandern und das Innere gewahr werden lassen. Es zeigen sich spartanische Einrichtungsgegenstände. Ein Stuhl auf dem ein Kleidungsstück abgelegt wurde, ein Tisch mit einer halbaufgezogenen Decke, die partiell und für Momente eine Lichtfläche wird, eine Bettstatt, die benutzt aussieht. Roland Schefferski fingiert seine Anwesenheit und hebt damit im Pomonatempel die Grenze zwischen dem öffentlichen Raum und dem privaten Raum, der auch als Atelier dienen könnte, auf. Die Indizien sprechen jedoch nicht nur für eine temporäre Aneignung der Cella. Der Akt der Privatisierung schließt die Tatsache ein, dass der Künstler selbst Teil des Raumes, den er gestaltet hat, geworden ist. Ja, er bleibt sogar Teil dieses vor allem für Sie physiologisch begehbaren Raumes, weil dort, wo seine physische Präsenz angelegt bleibt, der Prozess der Gestaltung ein fortlaufender ist. Warum nennt Roland Schefferski seine Arbeit Rekonstruktion? In dem geschichtsträchtigen Bauwerk, das nach öffentlichem Erinnern verlangt, wird selbst dieser Vorgang privatisiert, wenn sich persönliche Erinnerungen einstellen. Für den in Polen geborenen Künstler, der an der Akademie in Breslau studierte und seit 1984 im damaligen Westberlin lebt, spielen die westpolnischen deutschen Wurzeln seiner Familie eine ebenso wesentliche Rolle, wie seine Vorliebe für den Klassizismus Schinkels. Die könnte in der Stadt Thorn, wo sein Großvater lebte, geweckt worden sein. Dort, wo Schinkel eine Kirche baute, die heute als Kino genutzt wird. Genau lässt sich der Ursprung der Neigung nicht mehr bestimmen. In aller Deutlichkeit schälte sich jedoch die Kindheitserinnerung heraus, dass sein Großvater, der auch Schefferski hieß, ein Messingschild an seiner Tür befestigt hatte, das genau so aussah, wie das, welches er bei einem Berliner Graveur abholte, um es an der Tür des Pomonatempels zu befestigen. Kehren wir zu unserem philosophischen Ausgangspunkt zurück, benennt der Begriff Rekonstruktion sowohl das Ergebnis als auch den Vorgang. Rekonstruktion im Sinne des Ergebnisses wäre der Bau selbst, der 1993 wiederhergestellt und öffentlich zugänglich war. Ein baulicher Akt, der im Innern unvollendet blieb. Das lag vor allem an den fehlenden Überlieferungen. Die Cella ist ein Fragment geblieben und gerade deshalb für bildende Künstler wie Roland Schefferski viel anregender als der Corpus. Daraufhin befragt, antwortete er: Meine reKONSTRUKTION ist ein künstlerischer Vorgang, der Schinkels Auffassung von Geschichte entspricht. In seinem architektonischen Lehrbuch findet man die folgende Aussage: "Die Geschichte hat nie frühere Geschichte copirt, und wenn sie es gethan hat, so zählt ein solcher Act nicht in der Geschichte, die Geschichte hört gewissermaßen in ihm ganz auf. Nur das ist ein geschichtlicher Act, der auf irgendeine Weise ein Mehr, ein neues Element in die Welt einführt, aus dem sich eine neue Geschichte erzeugt und fortspinnt." Der zeitgenössische katalanische Autor Narcís Comadira, ironisiert in seinem Berlin-Gedicht Balsam den damaligen Eifer Schinkels, ein neues Athen zu bauen im Zusammenhang mit dem heute anzutreffenden Zustand seiner Bauten:"Ich wandle unter einem breiten Säulengang,betrachte die geflickten Stellen der Säulen.Den Geist der Personen und Gebäudelöst die plastische Chirurgie in Luft auf."Thomas Kumlehn DIE GESCHICHTE HAT NIE GESCHICHTE KOPIERT Im Sommer 2009 scheint Schinkels Pomona-Tempel auf dem Potsdamer Pfingstberg plötzlich bewohnt: An der Tür des klassizistischen Pavillons finden sich ein Klingelschild mit Namenszug und ein Türspion, der einen Blick ins Innere erlaubt: In eine fingierte Privatsphäre an einem öffentlichen Ort. ROLAND SCHEFFERSKIREKONSTRUKTION BIOGRAFIEPROJEKTEPUBLIKATIONENVERKAUFSGALERIEKONTAKT/IMPRESSUM INTERVENTUR DE EN PL Um alle Inhalte sehen zu können, benötigen Sie den aktuellen Adobe Flash Player. |