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M E T A - W E I S S
Weiße Flächen für die eigene Phantasie: Die Farbe Weiß wurde in den neunziger Jahren zu einem wichtigen Bestandteil der Kunst von Roland Schefferski - vor allem zusammen mit der Entstehung der Arbeit „Ausgelöschte Bilder“ (1997).
ROLAND SCHEFFERSKI
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INTERVENTUR DE EN PL
Die "Leere" spielt in Roland Schefferskis Arbeiten schon lange eine wichtige Rolle. Durch das Herausschneiden von Motiven aus alten schwarzweißen Fotografien und durch ihre Reduktion zu einem schmalen Rand wandelte Schefferski diese in eine Art Passepartout um, welches die entstandene Leere umrahmte. Im Jahr 2000, in der Arbeit „Mach dir dein eigenes Bild von Berlin“ auf in den Straßen von Warschau aufgestellten Plakatwänden, wurde das Weiß der Leerflächen zu einer Imaginationsfläche für den Rezipienten. (Klicken Sie zum Betrachten der Bilder auf den kleinen Fotokasten in der Mitte dieser Seite.) Die in dieser Arbeit entstandene Leere des Weißen, mit der sie konfrontiert wurden, war eine Einladung, diese selbst zu „füllen“. Sie sollte die Betrachter zu einer eigenen und nicht von außen aufgezwungenen Vorstellungen inspirieren. "Das Bild der Realität und unsere Vorstellung von ihr ist unter anderem ein Resultat des aktuellen Zustandes unseres Wissens", sagt Schefferski. Diese Medienbilder bleiben nicht ohne Einfluss auf unsere Wahrnehmung. Sie wurden und werden zum Werkzeug von Politik und Werbung. Auch Pressefotos sind oft nicht mehr der Ausdruck der realen Geschehnisse. Anstatt die Realität so wie sie ist wiederzugeben, kreieren oder simulieren sie immer öfter ein neues Bild der Welt. Nicht die Realität wird uns gezeigt, sondern ihr teilweise fiktives Bild. Von den Medien verbreitete Bilder informieren uns nicht, sondern formen uns. Der Ausschnitt als Mittel gegen die mediale ManipulationUnd so zeigen zum Beispiel „neutrale“ Bilder von Ereignissen, d.h. zensierte Bilder, nicht ihr wahres Ausmaß. Bilder in den Massenmedien sind nicht kontextfrei. Im gewissen Sinne mit Text versehen, sind sie beschriftete oder kommentierte Bilder. Eine solche Nutzbarmachung des Visuellen verursacht eine neue Entwicklung des Verhältnisses von Wissen und Sichtbarkeit. Kontextualisierte Bilder dienen lediglich dazu, den Unterschied zwischen der Darstellung und der Aussage bewusst zu kaschieren. Diese unsichtbar gewordene Manipulation kann durch ihre Dekomposition erkennbar gemacht werden.Seit 2001 -- also seit der Enstehung des Zyklus´ der „Empty Images”, die ein Versuch sind, die oft zwischen Bild und Text bestehende Dissonanz sichtbar zu machen, verzichtet Roland Schefferski auf das Generieren neuer Bilder, die sich in Opposition zum "medialen" Bild befinden. Aus verschiedenen Zeitungen schneidet der Künstler Fotografien heraus und lässt von jeder von ihnen nur einen schmalen Rand übrig. Die ersten Arbeiten aus diesem Zyklus sehen aus wie Zeitungen mit weißen Flächen, die durch den Text gerahmt sind. "Durch das Herausschneiden aus den Fotografien ihrer Motive versuche ich die von den Medien vollgebrachte Manipulation in Frage zu stellen", sagt Schefferski: "In den 'Empty Images' stelle ich, ohne etwas hinzufügen, die übrig gebliebene Bilderleere und Texte zusammen."Gezeigt werden diese Arbeiten nun in der Gruppenausstellung "Meta-Weiß" im Freien Museum Berlin. Die Ausstellung vereint Fotografie, Malerei und Installationen von insgesamt 17 polnischen Künstlern, die sich mit der Idee von “Weiß” als Synonym für den unmittelbaren Neubeginn sowie mit dessen existentieller Bedeutung wie dem Vergehen von Zeit, der Endlichkeit und Unendlichkeit auseinandersetzen."Meta-Weiß". Ausstellungsprojekt der In Situ Modern Art Foundation, Warschau. www.insitu.pl 12. November bis 8. Dezember 2011Eröffnung am 11. November ab 19 UhrOrt: Freies Museum Berlin, Potsdamerstrasse 91, BerlinU-Bahn Kurfürstenstraße / Bülowstraße
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