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Empty Images Unikate - D VERK. Empty Images 2001 - D WAS MACHT EIN TANNENBAUM ALLEIN MACHT - PL VERK. Georgi1 - D VERK. Georgi2 - D VERK. Georgi3 - D VERK. Georgi4 - D VERK. Georgi5 - D VERK. Georgi5b - D VERK. Georgi6 - D BESTANDSAUFNAHME - D (5)Man kann also annehmen, dass Schefferski beim Sammeln der Gegenstände im Grunde Spuren gesammelt hat, die zum „Tor“ unserer Erinnerungen, unserer eigenen Erzählungen, unserer vergangenen Erfahrungen und Eindrücke geworden sind. Im Einklang mit dem was Proust formulierte, dass „jede Stunde unseres Lebens, wenn sie zu Vergangenheit wird, zu einem materiellen Gegenstand wird und in ihm verborgen bleibt, eingesperrt solange, bis wir ihn auf unserem Weg treffen. Wenn wir sie dann erkennen können, können wir sie wachrufen und auf diese Weise befreien.“Die Erinnerung hat eine narrative Form: Sie ist eine aus zerstreuten Ereignissen konstruierte Geschichte, die sich nicht um Chronologie und um zeitliche Abläufe kümmert: Wichtig ist die reine Aktivität des Erinnerns, die es ermöglicht, eine dichte Struktur der Narrration zu bauen. Die das, was angesammelt wurde wie mit einem Spinnennetz umwebt. Sie entwickelt sich wie eine Erzählung, stützt sich auf die Erinnerung und ihre Erneuerung, so dass an jeder Stelle der Erzählung neue, weitere Erinnerungen eingeflochten werden können. Benjamin beschrieb dies als „langsames Übereinanderlegen dünner und durchsichtiger Schichten, so dass das vollkommenste Bild auf die gleiche Art sichtbar wird, wie eine vollkommene Erzählung aus der Übereinanderschichtung vielfältiger Wiederholungen der Narrration hervortritt.“Und doch behauptet Benjamin, dass wir nicht im Stande sind, Vergessenes ganz und gar wiederherzustellen. Das Ziel des Erinnerns sei eher der Versuch, zu bestimmen und zu definieren, in welchem Maße das vergangene Leben das jetzige gestaltet hat.Das Erinnern könnte man auch als Aufblitzen des Gedächtnisses beschreiben, als ein Aufblitzen, das die Gestalt eines Panoramagemäldes annimmt. Es entwickelt sich langsam, wie mit Bedacht, dann erklingt es leise und ersetzt einen seelenlosen Fakt durch eine Geschichte, die immer auf eine bestimmte Weise voller Emotionen und Erlebnissen steckt. Das Erinnern ist also authentisch, weil es das betrifft, was erlebt, was mit eigenen Augen gesehen oder mit eigenen Ohren gehört wurde. Es ist authentisch, weil es sich auf das Individuum und seine Erfahrungen bezieht. Es ist eine Art Wiedergewinnen dessen, was dem Gedächtnis verlorengegangen ist. Doch es ist nicht das Gedächtnis selbst, sondern es ist der Weg zum Gedächtnis, und es ist seine Erlösung. Es stellt das Gedächtnis wieder her und frischt es auf. Dennoch darf man nicht vergessen, dass das Gedächtnis lebt, nur so lange wie die Erinnerung lebt. Stirbt die Erinnerung, stirbt auch das Gedächtnis.Die Mehrzahl der in der Ausstellung gesammelten Gegenstände, die eine eigenartige Sammlung bilden, wird dadurch charakterisiert, dass sie einst jemandes Privatraum bestimmten. Als solche sind sie offen für das private Gedächtnis und befreien die Erinnerung. In diesem Sinne wird das Museum zu einem Raum des gesammelten Erinnerns, zu einer Sammlung ganz bestimmter individueller Erinnerungen. Die Möglichkeit eines solchen Gedächtnisses sieht Ricoeur dann gegeben, wenn es nicht ideologischen Manipulationen unterliegt und keine Art erzwungener Zelebrierung ist. Erst dann wird die Erinnerung zu einer Form des Überarbeitens des Gedächtnisses, dank dessen eine Versöhnung zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit stattfindet eine Trauer im Freudschen Sinne und eine kritische Distanz zur Vergangenheit entstehen kann.Schefferski nimmt den Diskurs mit der Geschichte wieder auf und bedient sich dabei einer Metapher. Diese Metapher gestattet ihm eine künstlerische Wanderung durch Orte, die bereits auf eine bestimmte Weise markiert und kontextuell bestimmt sind. Die fehlende Neutralität äußert sich auch in dem Verhältnis, das diese Orte zur Vergangenheit haben. Hierbei denke ich nicht nur an Schefferskis Arbeit Bestandsaufnahme, sondern auch an Ausgelöschte Bilder, eine frühere Ausstellung von Schefferski, die er in einem Trödelladen in Berlin präsentierte. Ähnlich wie das Lebuser Landesmuseum war dies kein vom Künstler zufällig ausgewählter Ort: Dieser Trödelladen hatte sich auf Souvenirs und Merkwürdigkeiten aus Zeiten der DDR und des sowjetischen Kommunismus´ spezialisiert. Dieses in seiner Aussage ironische oder gar zynische Abbild historischer Prozesse, das allein durch die Wahl des damaligen Ausstellungsortes deutlich wird, ruft in dem Gedanken die Idee eines „ironischen Museums“ zurück. Im Fall der Ausgelöschten Bilder bestimmte allein die Umgebung, der Ort den Kontext von Schefferskis Arbeit, in der die von ihm verwendeten Andenken „einer Epoche“ zur Form des Erinnerns und gleichzeitig des Warnens wurden. In beiden Fällen drängt sich folgende Reflexion auf: Die von Schefferski rekonstruierte Geschichte ist nicht kontinuierlich und besteht aus Fetzen, so wie die zerrissenen Familienfotos anonymer Personen, die Schefferski damals in mit Wasser befüllten Glasbehältern ausstellte. Er zeigt eine Geschichte, voller Unterbrechungen und Fragezeichen, die aber als Aneinanderreihung individueller Erzählungen dennoch erklingen kann, wenn man es nur schafft, sie wiederherzustellen und sie abzulesen. In diesem Zusammenhang wird deutlich, wie beide Arbeiten es eindeutig erkennen lassen, dass Schefferski die Benjaminsche Rolle des Erzählers einnimmt. Der Künstler rekonstruiert und impft uns erneut Erinnerungen ein, die wir manchmal nicht wachrufen können. Es tritt hier aber ein bemerkenswerter Rollentausch ein, weil der Künstler als Erzähler unseren Geschichten lauscht, um sie in die Struktur seiner Arbeit einzuflechten und aus ihnen eine gemeinsame Erzählung zu schaffen.Beata Frydryczak << (4/5) ROLAND SCHEFFERSKIBESTANDSAUFNAHME BIOGRAFIEPROJEKTEPUBLIKATIONENVERKAUFSGALERIEKONTAKT/IMPRESSUM AUDIO ABSPIELEN INTERVENTUR DE EN PL Um alle Inhalte sehen zu können, benötigen Sie den aktuellen Adobe Flash Player. |