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Empty Images Unikate - D VERK. Empty Images 2001 - D WAS MACHT EIN TANNENBAUM ALLEIN MACHT - PL VERK. Georgi1 - D VERK. Georgi2 - D VERK. Georgi3 - D VERK. Georgi4 - D VERK. Georgi5 - D VERK. Georgi5b - D VERK. Georgi6 - D BESTANDSAUFNAHME - D (3)Das verewigende Gedächtnis unterliegt historischen Prozessen, findet Gefallen am Aufstellen von Denkmälern, Museen, Kulturdenkmälern und daran, auf die Relevanz bestimmter historischer Momente hinzuweisen, um sie unvergesslich zu machen und ihre Bedeutung für das kollektive Gedächtnis zu unterstreichen. Also funktioniert es als Erbe der Vergangenheit oder als Symbolik der offiziellen Geschichte, indem es die Sphäre der historischen und der gesellschaftlichen Bedeutung markiert. Denkmäler, die im weitesten Sinne dieser Form des Gedächtnisses am nächsten stehen, kreieren ein eigentümliches Abbild anstelle der historischen Tatsache. Das trivialste Beispiel hierfür mag das Gemälde „Die Schlacht bei Tannenberg“ sein. Mit anderen Worten, das verewigende Gedächtnis bedient sich des Bildes, das der zeitlichen und ideologischen Interpretation ausgesetzt ist. Doch ein Bild als Form der Vorstellung, die anstelle der Erinnerung angeboten wird, verliert mit der Zeit immer mehr seinen ursprünglichen Kontext. Das gleiche lässt sich über Denkmäler sagen, die in dem Stadtraum aufgestellt werden, oft mit der Aufschrift „Im Gedenken an“. Es ist das angewandte Gedächtnis um auf Ricouer zurückzukommen , das erlernt und öffentlich zelebriert wird und gleichzeitig das Gedächtnis der offiziellen Geschichte ist. Dieses Recht der Geschichte, das sowohl mit der gleichen Leichtigkeit Denkmäler aufstellt als sie auch wieder niederreißt, führt häufig dazu, dass das, was des Einen Festtag ist, des Anderen Trauertag bedeutet.Gleichzeitig ist diese Form des Gedächtnisses am zerbrechlichsten, am anfälligsten für Manipulationen. Sie führen zum Missbrauch des Gedenkens und zum Missbrauch des Vergessens. Diese Manipulationen motivieren nämlich zum Aufstellen der einen und zum Abtragen anderer Denkmäler, und sie gestatten, die einen historischen Fakten zu verschweigen, um andere herauszuheben. Die Manipulation des Gedächtnisses bleibt eine Form des Verhältnisses zwischen der Zurückforderung des Gedächtnisses und seiner öffentlichen Manifestation. Das bedeutet, dass in den Raum des Gedächtnisses Ideologien und politische Interessen eingedrungen sind. Dennoch bedeutet dies nicht, dass wir das Gedächtnis ausschalten und ohne Gedenken leben sollen, denn wir als nachfolgende Generationen haben eine Pflicht unseren Vorfahren gegenüber. Wie Paul Ricouer sagt: Ohne unser Gedenken an unsere Vorfahren wird bei denen, die nach uns kommen, kein Platz sein für Gedenken an uns: „Die Pflicht des Gedächtnisses beschränkt sich nicht nur darauf, materielle Spuren von Geschehenem, etwas Geschriebenes oder anderes, zu erhalten, sondern nährt das Gefühl der Verpflichtung anderen gegenüber, die nicht mehr existieren, aber einst existiert haben.“ Diese Verpflichtung drückt sich in dem Wunsch nach Gerechtigkeit gegenüber unseren Vorfahren aus. Das ist eine Frage der Schuld, die wir auf uns genommen haben, nicht des Schuldgefühls. Die Idee von Schuld ist eng verbunden mit der Idee des Erbens: Wir sind Schuldner derer, die vor uns waren: „Seine Schuld bezahlen bedeutet“ so der Philosoph „sein Erbe durchzusehen.“Schefferski hat sich für das Konzept der Bestandsaufnahme entschieden. Er ist in die Magazine des Museums gegangen, um die dort untergebrachten Gegenstände und Kunstwerke durchzusehen. Er traf eine besondere Wahl und trug das in den Ausstellungssaal, was den Besuchern selten zugänglich gemacht wird, was vom Staub der Zeit bedeckt ist, was unschätzbaren Ausstellungswert darstellt oder noch darauf wartet, als wertvoll erkannt zu werden. All diese Dinge und Kunstwerke mit wahrer künstlerischer Konsequenz im Museumssaal aufgestellt und eingeschlossen hinter jener Glaswand, die nicht nur Distanz zwischen Exposition und Besuchern herstellte, sondern auch den Eindruck eines nach den Regeln der Malerei geschaffenen Gemäldes erweckte schufen auf eigenartige Art ihre ganz eigene Vision von Geschichte, allein durch die Tatsache, dass sie in relativer historischer Ordnung aufgestellt wurden, aber auch dadurch, dass das Historische sich durch gewöhnliche, alltägliche Gegenstände materialisierte.Was bedeuten diese Gegenstände, die in dem Ausstellungssaal aufgestellt wurden? Die Teller, Porzellanplatten, Pfeifen, Werkzeuge, Porträts, Truhen usw.? Handelt es sich nur um Museumsexponate? Man kann sagen, dass Schefferski sie in ein Stilleben verwandelt hat, dass er ihnen den Museumscharakter genommen hat, indem er ihren vergessenen oder durch die Tatsache, dass sie im Magazin eingeschlossen waren rückständigen sentimentalen Wert ausstellt. Das sind über die Jahre gesammelte Dinge, welche mit der Zeit den Gedenkwert, später den musealen Wert angenommen haben. Jemand muss sie gefunden und aufgehoben haben, jemand muss sie gesammelt haben und jemand muss für ihre Pflege gesorgt haben. Dennoch finden wir unter ihnen keine Broschüren, keine Reisesouvenirs, keine Briefe und keine Fotografien, die eine Spur konkreter Menschen bedeuten würde. Die Mehrzahl der hier gesammelten „Kleinigkeiten“ sind eigenartige Relikte, Reste und Spuren vollbrachter, gesehener und bewunderter Dinge. Sie haben keinen objektiven, funktionalen Wert und keinen Nutzwert mit Ausnahme des Sammlerwertes, oder eines durch Emotionen geschaffenen Wertes. Es könnte einem so vorkommen, als ob hinter den von Schefferski ausgestellten Exponaten anonyme Menschen stünden, von deren Leben und Gefühlen man nichts zu erzählen weiß. Dennoch ist allein der Mensch in der Lage, all diesen mehr oder weniger nützlichen, diesen mehr oder weniger gebrauchten Gegenständen einen sentimentalen Wert zuzuschreiben, sie in seiner privaten Welt zu pflegen und eine Beziehung zu ihnen aufzubauen. In dem Museumsraum werden sie in gewisser Weise zu obdachlosen Objekten, die nur noch vom Kustos gepflegt werden, der in ihnen keine Quelle der Identität sieht.Und trotzdem lösen diese Gegenstände immer wieder Emotionen und Erinnerungen aus. Hat Schefferski tatsächlich Gegenstände inventarisiert? Ich glaube nicht. Meiner Überzeugung nach hat er eine eigenartige Restitution des Erinnerns vorgenommen.Im Laufe der Vorbereitungen zu dieser Ausstellung hatte ich die Gelegenheit, eine Mitarbeiterin des Museums beobachten zu können. Sie reinigte mit der größten Vorsicht die aus den Magazinen geholten, leicht eingestaubten Gegenstände und brachte sie wieder zum glänzen. Ich sah das Vergnügen es ihr bereitete, diese Gegenstände zu berühren, die in ihren Händen wieder begannen, Wärme und Leben auszustrahlen. Mich hat auch die Erzählung einer Ausstellungsbesucherin ergriffen, die mir die Geschichte ihrer Großmutter beschrieben hat: Diese war als kleines Mädchen in die so genannten wieder gewonnenen Gebiete umgesiedelt worden, hat sich mehrmals in die von den Deutschen verlassenen Häuser eingeschlichen und spielte mit den gefundenen Spielsachen, legte sie dann wieder an ihren Platz und ging fort. Viele solcher Geschichten begegneten mir. Ihre Spuren sind in den Fragebögen zu finden. Es gibt keinen Unterschied zwischen dem einst im alten Heimatmuseum ausgestellten Zinngeschirr und dem Zinngeschirr, das gegenwärtig das Lebuser Landesmuseum zeigt. So wie die Bewohner von Grünberg, dank derer sich die Bestände des Museums vergrößerten, sich einst direkt mit den Exponaten identifizieren und einen Teil von sich selbst in ihnen wiedererkennen konnten, so gewinnt die Identifikation heute durch das Gedächtnis, vielmehr durch die Erinnerung, ihre Gestalt.>> (4/5) << (2/5) ROLAND SCHEFFERSKIBESTANDSAUFNAHME BIOGRAFIEPROJEKTEPUBLIKATIONENVERKAUFSGALERIEKONTAKT/IMPRESSUM AUDIO ABSPIELEN INTERVENTUR DE EN PL Um alle Inhalte sehen zu können, benötigen Sie den aktuellen Adobe Flash Player. |