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Empty Images Unikate - D VERK. Empty Images 2001 - D WAS MACHT EIN TANNENBAUM ALLEIN MACHT - PL VERK. Georgi1 - D VERK. Georgi2 - D VERK. Georgi3 - D VERK. Georgi4 - D VERK. Georgi5 - D VERK. Georgi5b - D VERK. Georgi6 - D BESTANDSAUFNAHME - D (2)Die Ausstellung ist also als eine Stimme in der Diskussion zu verstehen, als Stimme von Bedeutung, die zu den verschiedenen Bereichen der Reflexion durchdringt, so wie es die Ausstellung selbst tut. Schefferski aber wenn man auf die eigentliche Aussage seiner Arbeit zurückgreift formulierte den Diskussionsgegenstand etwas anders: Er schob die Frage nach dem historisch-moralischen Recht auf den Bau von Denkmälern vollkommen beiseite. Auch versuchte er nicht, mit der Vergangenheit abzurechnen, als ob er das von Franklin R. Ankersmit aufgestellte Postulat umsetzten würde: Statt Geschichte zu untersuchen, soll man an Geschichte denken, soll an sie erinnern.Betrachtet man den Ausstellungsort das Lebuser Landesmuseum aus dieser Perspektive heraus, so wird deutlich, dass Schefferski diesen Ort nicht zufällig gewählt hat. Zum Verständnis dieser Zufallslosigkeit soll ein kurzer historischer Abriss beitragen: Im Jahre 1920 wurde im damaligen Grünberg die Gesellschaft zum Schutz der Regionalen Tradition der Stadt und des Kreises Zielona Góra gegründet. In diesem Zusammenhang wurde 1922 auch die Entstehung eines Heimatmuseums beschlossen. Die Tatsache, dass die erste Sammlung und die erste Ausstellung einzig aus Gegenständen bestanden, die die Einwohner zusammengetragen hatten oder die von Zünften und Innungen ausgeliehen waren, zeugt von dem Enthusiasmus, den die Bewohner für die Idee entwickelten. Anfangs ähnelte die Sammlung des sich langsam entwickelnden Heimatmuseums eher einem Gedenkraum. Besonders deutlich wird dies anhand der Exponatsliste der ersten Ausstellung Wunderkammer. Sie bestand aus 60 Gemälden auf Leinwand, vielen Fotografien, 200 neuen Büchern, Landkarten, Zeitungen, Kalendern, 20 Urkunden mit Zunftprivilegien, 70 unterschiedlichen Geräten, 60 handwerklichen Werkzeugen; unter ihnen ein Webstuhl, eine alte Schusswaffe, Stadtflaggen, 40 Urnen, Münzen, eine alte Tür, Kerzenleuchter, Möbel und kleine Skulpturen.“ Das Heimatmuseum bezog seine Sammlungen hauptsächlich aus Schenkungen, seltener wurden Exponate gekauft. Zu den wertvolleren Exponaten gehört eine Kollektion von Erzeugnissen aus Zinn, die aus der Zeit um die Wende des 18. zum 19. Jahrhundert stammen und die Schefferski in seine Ausstellung integriert hat. Die Sammlungen des Museums bestehen aus Gegenständen, die mit der bürgerlichen Kultur verbunden sind: Haushaltsausstattungen, Tafelgeräte, kleinere Gegenstände für den häuslichen Gebrauch und neben angewandter Kunst auch Gemälde verschiedener Genres, Portraits, Stadtansichten und Landschaftsbilder. Aus heutiger Sicht spielt noch ein anderer Komplex der Sammlungen eine wichtige Rolle. Er enthält Exponate aus dem besonders in dieser Region verbreiteten Webehandwerk und dem Weinanbau. Es waren auch Gegenstände aus der weiter zurück liegenden Geschichte der Region zu besichtigen wie etwa Landschaftsillustrationen, Waffen und Mineralien sowie mittelalterliche Steine, die zur Bestrafung von Schandtaten verwendet wurden. In dieser Form funktionierte das Heimatmuseum bis 1945. Von da an unterlag es der polnischen Stadtverwaltung und wirkte bis 1948 als Städtisches Museum. Man muss betonen, dass es sich ausschließlich auf vorhandene Sammlungen stützte, was der Hauptgrund für seine Schließung war. Erst einige Jahre später wurde das Museum wieder zum Leben erweckt um sich der heutigen Sprache zu bedienen , „politisch korrigiert“ und um neue Sammlungen reicher.Demzufolge, wenn man es im gewissen Sinne vereinfacht, kann man sagen, dass das Lebuser Landesmuseum , das endgültig 1957 wieder eröffnet wurde, seine Grundsteinlegung in dem vorkriegszeitlichen also deutschen Heimatmuseum fand, das als regionales Museum funktionierte und seine Bestände zu einem bedeutendem Teil aus Schenkungen von Privatpersonen bezog. Nimmt man an, dass das Heimatmuseum die Idee der kleinen Heimat realisierte, die Geschichte der Region und der mit ihr verbundenen Menschen dokumentierte, so kann das an seine Stelle getretene Lebuser Landesmuseum als Fortsetzung dieser Tradition betrachtet werden, wovon schon allein die ständige Ausstellung über den Weinanbau zeugt. Diese Sichtweise hatte auch Schefferski, als er für seine Ausstellung Exponate aus den Museumsmagazinen herausholte. Viele von ihnen gehörten einst zum Bestand des Heimatmuseums.Schauen wir uns die von Schefferski in dieser Ausstellung exponierten Gegenstände etwas genauer an: Alte Bügeleisen, Petroleumlampen, Kerzenständer und Leuchter, Geschirr aus Zinn, alte Musikinstrumente, Teller und Porzellanplatten, Krüge, Tassen, Urnen, Apothekenwagen, Pfeifen, Porzellanfiguren, Hämmer, Schüsseln, Besteck, Zunfttruhen, Tafelaufsätze aus Meißener Porzellan, Werkzeuge, Gemälde, Bilderrahmen, Teile von Grabsteinen, Skulpturen usw. Nicht alle Exponate können hier aufgezählt werden. Auf den ersten Blick mutet es an wie besagte Wunderkammer oder wie ein Trödelmarkt mit dem entscheidenden Unterschied jedoch, dass dieser Exposition eine genauestens durchdachte Idee zugrunde liegt. Man kann sagen, dass die zusammengetragenen Gegenstände eine andere historische Epoche repräsentieren. Auf gewisse Weise schließt sich also die Vergangenheit in ihnen ein und mit ihr all das, was sich in der Vergangenheit eingeschrieben hat. Doch wodurch unterscheidet sich das Zinngeschirr des Heimatmuseums von dem Zinngeschirr, das Schefferski in seine Arbeit aufnahm? Schließlich sind das die gleichen Exponate und weder die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Staat noch eine museale Inventurnummer verändern sie. Hier stellt sich die Schlüsselfrage: Was ist ein Gegenstand, der benutzt also in gewissem Sinne lebendig und gekennzeichnet am Ende zu einem Museumsobjekt wird? Der darauf wartet, mit der Zeit zu einem angeschauten und bewunderten Exponat zu werden? Vor diesem Hintergrund kann Schefferskis Arbeit auch als kritischer Diskurs zur Idee von Museen und Museumsexponaten verstanden werden, der den Überlegungen aus dem Bereich der Ästhetik von Gegenständen und der Ästhetik des Erinnerns näher ist als der Methodologie des Museums. Offensichtlich die Vorraussetzung für die Suche nach einer Antwort ist die Annahme, dass das Museum nicht als eine Kulturinstitution, sondern als Raum des gesammelten Gedächtnisses verstanden wird. Eines Gedächtnisses aber in welcher Form? Sogleich stellt sich die Frage: Als das kollektive Gedächtnis, oder als angewandtes Gedächtnis (wie es Paul Ricoeur in seinem Buch La memoire, lhistorie loubli benennt), durch welches sich die Geschichte ausdrückt. Oder als das persönliche individuelle Gedächtnis, das der Erinnerung vertraut? Gedächtnis existiert in zwei Formen: In die verewigende, monumentalisierende Form, wie sie Walter Benjamin beschreibt, wobei er zweifellos Nietzsche folgt, der das Verhältnis zur Geschichte in das monumentalisierende, antiquarische und das kritische unterteilt. Häufig ist diese Form des Gedächtnisses einem bestimmten Ereignis, einer historischen Figur oder einer Schlacht gewidmet und trägt somit den Charakter des „sich an etwas erinnern“. Die zweite Form des Gedächtnisses ist die Erinnerung, die im Kurzzeitgedächtnis des Erzählers ihren Platz hat, eine Art Reminiszenz, die die Vielzahl verstreuter Geschehnisse und Lebensfäden umfasst. Hierbei ist es wichtig, das kollektive Gedächtnis vom individuellen, persönlichen und das Gedächtnis vom Erinnern zu unterscheiden. Und zwar insofern, als dass Gedächtnis zum Ausdruck der Geschichte und das Erinnern zum unumgänglichen Element der Tradition wird.>> (3/5) << (1/5) ROLAND SCHEFFERSKIBESTANDSAUFNAHME BIOGRAFIEPROJEKTEPUBLIKATIONENVERKAUFSGALERIEKONTAKT/IMPRESSUM AUDIO ABSPIELEN INTERVENTUR DE EN PL Um alle Inhalte sehen zu können, benötigen Sie den aktuellen Adobe Flash Player. |